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Die Session im Rückblick
Sie liegt hinter uns, die erste Session ohne eigene Prunksitzung. Mit ein wenig Herzschmerz? Natürlich, da lügen wir uns nichts in die eigene Tasche. Es ist nicht ganz einfach, nach fast 20 Jahren nur Zuschauer zu sein. Aber andererseits brauchte man immer dann, wenn ein wenig Wehmut aufkommen wollte, nur an die vielen, sich von Jahr zu Jahr steigernden Ärgernisse zu denken, um in die Realität zurück zu kehren. Keine Aufregung mehr über die unverschämten GEMA-Gebühren. Kein Aufstöhnen der Schatzmeisterin mehr über ständig steigende Hallenmieten. Keine Faust in der Tasche mehr, wenn fast jährlich neue Auflagen der Stadt die Lust am Frohsinn fast in Frust umschlagen ließen. Vor allem, wenn bei den Auflagen offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen wird. Uns hatte man z.B. schon vor vielen Jahren die Auflage gemacht, teures Mehrweggeschirr anzuschaffen. Doch noch in der gerade abgelaufenen Session wurde in anderen Teilen der Stadt fröhlich auf Einweggeschirr serviert.
Nun werden die ewigen Besserwisser wieder tönen, andere Vereine hätten ja mit den gleichen Widrigkeiten zu kämpfen und trotzdem an ihren Veranstaltungen festgehalten. Stimmt, zum Teil. Aufmerksamen Beobachtern der Karnevalsszene in Duisburg (und nicht nur hier) dürfte eigentlich nicht entgangen sein, wie viele Vereine in den letzten Jahren die Veranstaltung einer “richtigen” Prunksitzung eingestellt haben und nur noch Damen- oder Herrensitzungen veranstalten. Wieder andere sind von größeren Sälen in kleinere Gemeindehallen oder Gaststätten umgezogen. Und die Besucherzahlen? In Köln hat man gegenüber einer Tageszeitung aus NRW freimütig eingestanden, dass Rückgänge von 30 % in dieser Session keine Seltenheit waren. Dies treffe hauptsächlich die kleineren Vereine. Liegt´s nur an der Konjunkturkrise? Und dass Vereine ihre Probleme beim Kartenabsatz durch großzügige Vergabe von Freikarten kaschieren, ist ein offenes Geheimnis.
Wir haben, wie in allen Jahren, einige Sitzungen inner- und außerhalb Duisburgs besucht und dabei meist viel Spass gehabt. Doch das ein oder andere Mal haben wir uns auch ein wenig verwundert die Augen gerieben, wenn wir dann in der Presse die Berichterstattung lasen. Da kam dann schon mal die Frage auf, ob die Journalisten tatsächlich auf der gleichen Sitzung waren wie wir. Da wird ein peinliches, an Obszönität grenzendes Gehüpfe auf der Bühne als toller Programmpunkt interpretiert. Und generell hat es, wenn man der Presse glauben darf, in der kompletten Session so gut wie keine Sitzung mit Schwachpunkten gegeben. Na ja, ob das dem Niveau des Karnevals langfristig hilft, mag jeder für sich selber entscheiden.
Noch ein Wort zum Thema “Rauchen”. Okay, bei vielen Veranstaltungen durfte noch geraucht werden, doch die ersten Einschränkungen (nur Rauchen im Foyer usw.) waren schon erkennbar. Wir können uns hier nur wiederholen: Jahrzehnte haben rauchende und nichtrauchende Narren friedlich miteinander gefeiert. Die Damen und Herren Politiker hätten wohl besser daran getan, Bänkern und Konzernmanagern auf die Finger zu sehen, anstatt den mündigen Bürger zu gängeln. Dann hätten wir heute vermutlich keine Konjunkturkrise. Wir haben auch in diesem Jahr wieder unsere Freunde beim “Club Gemötlichkeit” (kein Druckfehler, die heißen eben so) in Asbach besucht. Es hat uns erneut ein prima Programm erwartet. Nur, dieses Asbach liegt nun mal leider in Rheinland-Pfalz und das hieß totales Rauchverbot. Also für jedes Zigarettchen ab vor die Tür und das im Januar bei Temperaturen unter null. Wer holt denn bitte für jede Zigarette seinen Mantel aus der Garderobe? Ergebnis: Zwei aus unserer Delegation lagen nach diesem Wochenende mit einem “Pipps” flach. Das Fazit, das man daraus ziehen kann: Das Rauchverbot ist ungesund! Man sieht, wir haben unseren Humor nicht verloren, auch oder gerade weil wir uns den Stress einer eigenen Prunksitzung nicht mehr antun mussten.
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